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Motivational Interviewing

Die Technik des Motivational Interviewing basiert auf Partnerschaft und der Autonomie des Patienten. Sie, als Hausarzt oder Therapeut übernehmen dabei die Rolle eines Coaches.

Die 4 Grundprinzipien des Motivational Interviewings sind:

  1. Empathie ausdrücken

Im Sinne eines einfühlenden Verstehens in das Erleben des Patienten – ohne Beurteilung oder Wertung. Durch ein gemeinsames Verständnis der Gefühle und der Gedanken des Patienten soll eine tragfähige therapeutische Beziehung erreicht werden.

  1. Diskrepanz entwickeln

Fragen Sie den Patienten gezielt nach seinen persönlichen Werten und Zielen und zeigen Sie so die Widersprüche seines derzeitigen Verhaltens auf. Die wahrgenommene Diskrepanz dient als Motivation für eine Veränderung.

Hier findet der "Change Talk" seine Anwendung: Eigene Änderungsansätze des Patienten sollen herausgehört und hervorgehoben werden. Als zentraler Punkt gilt, dass der Patient die Argumente für eine Veränderung selbst liefern soll.

  1. Widerstand umlenken

Möglichem Widerstand sollten Sie nicht mit Gegenargumenten begegnen. Versuchen Sie den Widerstand empathisch entgegenzunehmen und diesen gemeinsam mit dem Patienten als Prozess der Ambivalenz und des Übergangs zu verstehen und zu reflektieren. Versuchen Sie keine Veränderung zu forcieren – verschieben Sie bei starkem Widerstand die Thematik auf eine nächste Sitzung.

  1. Selbstwirksamkeit fördern

Das Vertrauen des Patienten in seine Fähigkeit, Veränderungen – die er ja wünscht - zu erreichen, sollten Sie gezielt verstärken. Helfen Sie dem Patienten, seine eigenen Ressourcen zu erkennen. Der Glaube, sich verändern zu können wirkt als Motivator. Der Patient ist selbst für die Entscheidung zur Veränderung und deren Umsetzung verantwortlich. Sie, als Arzt oder Therapeut fungieren als "(Brain)Coach".

"Motivational interviewing in brief consultations: role-play focussing on engaging" mit Stephen Rollnick