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Kognitive Aktivität als protektiver Faktor

Im Bereich der Prävention konnte in den vergangen Jahren eine Reihe an protektiven Faktoren identifiziert werden, welche mit einem geringeren Demenzrisiko assoziiert sind.

Mögliche protektive Faktoren sind¹:

  • Körperliche Aktivität

  • Mediterrane Ernährung

  • Die Kontrolle vaskulärer Risikofaktoren (u.a. Nikotin-/Alkoholkonsum, Diabetes, Übergewicht, …)

  • Kognitive Aktivität

Kognitive Aktivität gilt als einer der wichtigsten möglichen protektiven Faktoren² - beispielsweise in Form von kognitiv stimulierenden Freizeitaktivitäten³ ⁴. Dabei scheint die Art der geistigen Tätigkeit nicht entscheidend – wichtig ist, dass etwas getan wird, was Freude bereitet⁵. Und dabei gilt der Grundsatz: "Je mehr, desto besser" ⁶.

Es muss beachtet werden, dass diese Ergebnisse primär auf Studien beruhen, welche eine Assoziation zwischen kognitiver Aktivität und einem niedrigen Demenzrisiko untersucht hatten und daher die Kausalität der beobachteten Effekte nicht geklärt ist.

Referenzen:

¹ Reitz et al. Epidemiology of Alzheimer disease. Nat Rev Neurol 2011;7:137-52.

² Barnes & Yaffe. The projected effect of risk factor reduction on Alzheimer's disease prevalence. Lancet Neurol 2011;10: 819-28.

³ Wilson et al. Participation in cognitively stimulating activities and risk of incident Alzheimer disease. JAMA 2002;287:742-748.

⁴ Verghese et al. Leisure activities and the risk of dementia in the elderly. N Engl J Med 2003;348:2508-2516.

⁵ Park and Bischof. The aging mind: neuroplasticity in response to cognitive training. Dialogues CNS 2013;15(1):109-119.

⁶ Wang et al. Association of lifelong exposure to cognitive reserve-enhancig factors with dementia risk. PLoS Med. 2017 Mar 14;14(3):e1002251. doi: 10.1371/journal.pmed.1002251.

⁷ Mistridis et al. Use it or lose it! Cognitive activity as a protective factor for cognitive decline associated with Alzheimer’s disease. Swiss Med Wkly 2017;147:w14407.

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Hypothetisches Modell kognitiver Störungen über die Lebensspanne hinweg – ohne (schwarze Linie) und mit (orange Linie) erfolgreicher Modifikation der Risiko- und protektiven Faktoren sowie die Konsequenz auf die Inzidenz der Demenzraten.